Hannover
 
Verkehr

Kunststraßen/Chausseen
Mit der Allgemeinen Chaussee-Ordnung von 1824 wird der Straßenbau im Königreich Hannover neu geregelt und das Wegenetz zukünftig in die drei Klassen Chausseen, Landstraßen und Kommunalwege unterteilt. Die Chausseen werden aus Mitteln der Allgemeinen Wegbau-Kasse unter Aufsicht der von 1817 bis 1843 bestehenden General-Wegbau-Kommission gebaut und unterhalten. 1848 hat das Chausseenetz bereits eine Länge von etwa 1770km.
Das Netz verbindet intern die Landeshauptstadt Hannover mit den Hauptstädten der Landdrosteien. Grenzüberschreitend gibt es Verbindungen nach Braunschweig und Kassel, Detmold, Minden und Münster sowie nach Oldenburg und Bremen. Hingegen fehlt eine direkte Verbindung nach Hamburg.


Eisenbahnen
1837 schließt das Königreich Hannover mit dem Herzogtum Braunschweig einen Vertrag über die Anlage von Eisenbahnen durch das Gebiet der beiden Partner; 1840 wird die Enteignung zugunsten des Eisenbahnbaus gesetzlich geregelt, und 1842 schließlich mit dem Bau begonnen. 1843 sind die Verbindungen Hannover-Lehrte und Lehrte-Peine befahrbar, 1844 auch die Fortsetzung von Peine nach Braunschweig. 1847 ist über Lehrte, Celle und Lüneburg die Verbindung zwischen Hannover und Harburg betriebsbereit. Eine Verbindung nach Hamburg wird als wirtschaftlicher Schutz für den hannoverschen Konkurrenzhafen Harburg nicht eingerichtet.
Gemeinsam mit der Freien Hansestadt Bremen wird die 1847 fertiggestellte Linie Wunstorf-Bremen finanziert. 1853 bis 1856 erfolgt der Ausbau der Südbahn von Hannover nach Hildesheim über Nordstemmen bis nach Göttingen und Kassel. 1854 bis 1856 folgt die Westbahn von Löhne über Melle und Osnabrück nach Leer und Emden.
Bis 1866 ist das hannoversche Eisenbahnnetz auf 900km Länge ausgebaut.


Wasserstraßen
Die wichtigsten schiffbaren Wasserstraßen sind die Ems, die Weser und die Elbe. Die Ems ist 1850 bis Papenburg für Schiffe mit einer Tragfähigkeit bis zu 600t ausgerichtet, bis Bentlage nur noch bis zu 100t. Die Weser befördert auf hannoverschem Gebiet Schiffe mit einer Tragfähigkeit bis zu 200t, ihr Nebenfluss, die Aller, bis zu 100t. Die Elbe ist ab Harburg für Schiffe mit einer Tragfähigkeit von bis zu 400t ausgebaut, die Nebenflüsse Oste, Ilmenau und Jeetzel bis zu 50t.

See- und Binnenhäfen
Unmittelbare Seehäfen Hannovers sind 1850 Norden und Neuhaus an der Nordsee. Daneben gibt es Flusshäfen, die teilweise Seeverkehr betreiben. An der Ems liegen die Häfen Aurich, Emden, Leer, Papenburg, Halte, Meppen, Lingen, Mehringen und Bentlage. Weserhäfen sind Geestemünde, Dreye, Stolzenau, Hameln und Münden, Elbhäfen Cranz, Harburg, Blekede und Hitzacker. Kleinere Durchgangsstellen finden sich zudem in Bremervörde an der Oste sowie in Lüneburg an der Ilmenau.
1848 wird in Harburg ein Freihafen für den Seeverkehr eingerichtet.




Harburg: Gesamtansicht mit Eisenbahn, nach 1847


Leer: Bahnhof und Hafenanlage, 1856


Emden: Hafen, um 1845