Regierungsbezirk Breslau
 
Kultur/Territoriale Entwicklung ab 1914/Kulturerbe
Geistiges und kulturelles Zentrum des Regierungsbezirks ist die Bezirks- und Provinzhauptstadt Breslau, die auch Universitätsstadt ist. Von 1910 bis 1913 entstehen in Breslau herausragende moderne Bauwerke, darunter die Kaiserbrücke, die Technische Hochschule und vor allem die Jahrhunderthalle. Das zum 100. Jahrestag der Befreiungskriege gegen Napoleon errichtete Gebäude des Architekten und Stadtbaurats Max Berg (1870-1947) ist mit einer Kuppelspannweite von 65m die zum Zeitpunkt der Fertigstellung größte Halle der Welt. Die Entwürfe für die Ring- und Eingangsbauten stammen von dem Architekten und damaligen Direktor der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule Breslaus, Hans Poelzig (1869-1936). Eröffnet wird die Jahrhunderthalle am 10. März 1913 mit dem "Festspiel in deutschen Reimen" des gebürtigen Schlesiers Gerhart Hauptmann (1862-1946)

ach Ende des Ersten Weltkriegs tritt der Regierungsbezirk Breslau entsprechend den Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages vom 28. Juni 1919 Teile der Kreise Guhrau, Militsch, Namslau und Groß Wartenberg an Polen ab. Vom aufgelösten Regierungsbezirk Posen werden 1922 Teile der Kreise Krotoschin, Lissa und Rawitsch eingegliedert. Gemäß dem Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 wird der Regierungsbezirk Breslau nach Ende des Zweiten Weltkriegs polnischer Verwaltung unterstellt.

Heute ist Breslau (poln. Wroclaw) Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.
In den erhaltenen Teilen des ehemaligen Breslauer Königsschlosses ist heute das Stadtmuseum untergebracht. Die Breslauer Jahrhunderthalle wird 2006 als Vorbild der architektonischen Moderne in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.

Breslau: Jahrhunderthalle, nach 1913