Hannover
 
Geschichte bis 1815/20
Das Königreich Hannover ging wie das Herzogtum Braunschweig aus dem 1235 zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg erhobenen niedersächsischen Hausgut der Welfen hervor. Das ebenfalls welfische Fürstentum Calenberg mit der bald namengebenden Hauptstadt Hannover wurde 1679 von Herzog Ernst August (1629-1698) übernommen. Er war verheiratet mit Sophie von der Pfalz (1630-1714), die als Enkelin König Jakobs I. von England (1566-1625) durch Parlamentsbeschluss vom 22. März 1701 (Act of Settlement) zur Erbin von Großbritannien und Irland erklärt worden war. 1714 übernahm ihr Sohn als Georg I. (1698-1727) den englischen Thron. Bis 1837 blieb Hannover mit Großbritannien in Personalunion verbunden.
In einem 1683 kaiserlich bestätigten Hausgesetz setzte Ernst August durch, dass Calenberg und die künftig damit zu vereinigende Herrschaft Lüneburg ungeteilt bleiben und nach Erstgeburtsrecht vererbt werden sollten. 1692 erreichte er die Erhebung Braunschweig-Lüneburgs zum Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reiches, für das sich bald die staatsrechtlich nicht korrekten Bezeichnungen Kurfürstentum Hannover und Kurhannover durchsetzten.
Bis 1705 konnten die Grafschaften Hoya und Diepholz sowie das Herzogtum Lauenburg hinzugewonnen werden. 1719 wurden die Herzogtümer Bremen und Verden von Schweden gekauft und 1731 das Land Hadeln angeschlossen. Im Reichsdeputationshauptschluss 1803 erhielt Hannover das Bistum Osnabrück.
Während der Napoleonischen Kriege war Hannover 1801 kurzzeitig von Preußen und ab 1803 französisch besetzt. Nach erneuter preußischer Besitznahme 1806 wurde ein großer Teil des Kurfürstentums 1807 dem napoleonischen Königreich Westphalen eingegliedert, die Nordseeküste hingegen direkt mit Frankreich vereinigt.
Nach erfolgreicher Rückeroberung 1813, erklärte sich das ehemalige Kurfürstentum 1814 zum Königreich Hannover. Durch die Bestimmungen des Wiener Kongresses erfuhr Hannover enorme Gebietserweiterungen und erhielt das Fürstentum Hildesheim, die Grafschaft Bentheim, das Fürstentum Ostfriesland mit Harlingerland, Teile des Emslandes, die Reichsstadt Goslar und die Herrschaft Plesse. Das Herzogtum Lauenburg, mit Ausnahme des Landes Hadeln und kleiner Gebiete westlich der Elbe, musste Hannover in einem europäischen Ringtausch an Dänemark abtreten.

Lüneburg, 1598


Hannover, vor 1761


Schloss Herrenhausen, 1714


Herzog Ernst-August von Braunschweig-Lüneburg, nach 1679