Hannover
 
Territoriale Entwicklung ab 1866/Kulturerbe
Das Besitzergreifungspatent vom 3. Oktober 1866 macht das bisherige Königreich Hannover zu einem Bestandteil des Preußischen Staates. Am 1. Oktober 1867 tritt die preußische Verfassung in Hannover in Kraft, das Land wird zukünftig als Provinz Hannover verwaltet.
König Georg V. von Hannover (1819-1878) geht ins Exil nach Wien und stellt zur Wiedereroberung seines Reiches, auf das er formell nie verzichtet, 1867 die so genannte Welfenlegion auf. Sein Privatvermögen wird als Welfenfonds beschlagnahmt und vom preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck (1815-1898) als so genannter Reptilienfonds unter anderem zur Bekämpfung der welfischen Bewegung verwendet. Erst mit der Heirat von Georgs V. Enkel Ernst August (1887-1953) mit der Kaisertochter Viktoria Luise (1892-1980) erfolgt die Aussöhnung zwischen Hohenzollern und Welfen, so dass im Jahre 1913 der Enkel des letzten Königs von Hannover die Regierungsgeschäfte im Herzogtum Braunschweig übernehmen kann.
Das Residenzschloss Herrenhausen wird während des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört. Erhalten geblieben ist hingegen der Barockgarten des Schlosses und ein Galeriegebäude. Das Mobiliar der Residenz wird im nahegelegenen Fürstenhaus Herrenhausen-Museum präsentiert.
Das während des Zweiten Weltkriegs ebenfalls zerstörte Leineschloss wird 1959 bis 1962 wieder aufgebaut und ist seitdem Sitz des Niedersächsischen Landtags.
Der Landesgeschichte vom Fürstentum Calenberg bis zum Ende des Königreichs Hannover widmet sich das Historische Museum am Hohen Ufer in Hannover. Das Niedersächsische Landesmuseum präsentiert neben einer Gemälde- und Skulpturensammlung Exponate der Ur- und Frühgeschichte sowie der Natur- und Völkerkunde.

Besitznahmepatent vom 3. Oktober 1866


Schloss Herrenhausen: Galerie, 2006


Schloss Herrenhausen: Barockgarten, 2006