Rheinhessen
 
Geschichte/Verwaltung/Geographie
Die Provinz Rheinhessen, die in etwa die Funktion eines Regierungsbezirks hat, bildet seit 1816 eine Mittelbehörde des Großherzogtums Hessen-Darmstadt, Regierungssitz ist Mainz.
Im Norden grenzt sie an das Herzogtum Nassau, im Osten an das ebenfalls zu Hessen-Darmstadt gehörende Starkenburg, im Süden an den bayerischen Rheinkreis (Pfalz) und im Westen an den preußischen Regierungsbezirk Koblenz.
Auf dem Wiener Kongress 1815 waren die rheinhessischen Gebiete Hessen-Darmstadt u.a. als Ausgleich für das an Preußen abgetretene Herzogtum Westphalen zugestanden worden. Von 1801 bis 1814 gehörte das Gebiet zu Frankreich; das Französische Recht in Form des Code Napoléon behält auch unter Hessen-Darmstädter Regierung seine Gültigkeit, wodurch sich die Justiz Rheinhessens von der der beiden anderen Hessen-Darmstädter Mittelbehörden Starkenburg und Oberhessen unterscheidet.
Entsprechend den französischen Verwaltungsstrukturen gliedert sich Rheinhessen zunächst in die elf Kantone Mainz, Nieder-Olm, Ober-Ingelheim, Bingen, Wollstein, Wörrstadt, Oppenheim, Bechtheim, Alzey, Pfeddersheim und Worms. 1835 wird die Verwaltungsstruktur an die der beiden anderen Hessen-Darmstädter Mittelbehörden Starkenburg und Oberhessen angepasst, und es werden die fünf Kreise Mainz, Bingen, Oppenheim, Alzey und Worms gebildet. Zwischen 1832 und 1860 übernehmen die Kreisräte wesentliche Aufgaben der Provinzialregierung. Von 1848 bis 1852 ersetzen zwei so genannte Regierungsbezirke - Mainz und Worms - die Kreise.
Der Regierungsbezirk Worms wird 1850 eingerichtet, in den Jahren 1848 bis 1849 entspricht der Regierungsbezirk Mainz in seinem Umfang Rheinhessen.

Für Rheinhessen wird eine Fläche von 25 Quadratmeilen angegeben. Der GIS-Wert beträgt 1.328km² für das Jahr 1820.
Das Gebiet ist durch das Pfälzer Gebirge und Ausläufer des Hardtgebirges hügelig. Im Norden und Osten bildet der Rhein die natürliche Grenze.

Mainz: Rheinufer, 1855


Worms, um 1835


Rheinhessen: Der Rhein bei Bingen, um 1840