Landdrostei Hildesheim
 
Geschichte/Verwaltung/Geographie
Die Landdrostei Hildesheim wird auf Grundlage der Landdrostei-Ordnung vom 18. April 1823 aus Teilen der bisherigen Provinzialregierung Hannover als Mittelbehörde des Königreichs Hannover gebildet.
Die durch braunschweigisches Gebiet sowie die Berghauptmannschaft Clausthal in zwei Teile geteilte Landdrostei grenzt im Norden an die ebenfalls zu Hannover gehörende Landdrostei Lüneburg. Im Osten befinden sich das Herzogtum Braunschweig und der zur preußischen Provinz Sachsen gehörende Regierungsbezirk Magdeburg. Im Süden liegen der preußische Regierungsbezirk Erfurt und das Kurfürstentum Hessen-Kassel. Im Westen schließen sich der preußische Regierungsbezirk Minden , die Landdrostei Hannover sowie Landesteile des Herzogtums Braunschweig an.
Zur Landdrostei gehören zudem die exklavierten Gebiete Grafschaft Hohnstein und Amt Elbingerode, die östlich der Berghauptmannschaft Clausthal im Harz liegen.
Innerhalb der Landdrostei befinden sich die Braunschweiger Enklaven Ölsburg, Bodenburg und Ostharingen.
Die Landdrostei Hildesheim ist 1823 für die Verwaltung der Fürstentümer Hildesheim, Göttingen und Grubenhagen sowie die Grafschaft Hohnstein zuständig. Das Fürstentum Hildesheim gliedert sich in die Ämter Bilderlahe, Gronau, Hildesheim, Liebenburg, Marienburg, Peine, Poppenburg, Ruthe, Schladen, Steinbrück, Steuerwald, Vienenburg, Winzenburg und Wohldenberg sowie die amtsfreien Städte Alfeld, Bockenem, Goslar, Hildesheim und Peine. Das Fürstentum Göttingen ist in die Ämter Bovenden, Brackenberg, Brunstein, Erichsburg, Friedland, Moringen-Hardegsen, Münden, Neuengleichen, Nienover und Lauenförde, Reinhausen-Niedeck, Uslar, Westerhof und Leineberg sowie die amtsfreien Städte Dransfeld, Göttingen, Hardegsen, Moringen, Münden, Northeim und Uslar untergliedert.
Das Fürstentum Grubenhagen besteht aus den Ämtern Catlenburg, Duderstadt, Elbingerode, Gieboldehausen, Herzberg, Lindau, Osterode, Radolfshausen, Rotenkirchen, Salzderhelden und Scharzfels sowie den amtsfreien Städten Duderstadt, Einbeck und Osterode.
Die Grafschaft Hohnstein gliedert sich in das Stiftsamt Ilfeld, den Bezirk der Hohnsteinschen Kanzlei zu Neustadt unterm Hohnstein und das Gräflich Stolberg-Wernigerödische Forstamt Sophienhof. Nach zahlreichen Änderungen in der Ämterstruktur bleiben bestehen nach einer grundlegenden Verwaltungsreform im Jahre 1859 bis zur Annexion durch Preußen 1866 die selbständigen Städte Goslar, Hildesheim, Peine, Göttingen, Moringen, Münden, Northeim, Duderstadt, Einbeck und Osterode sowie die Ämter Alfeld, Bockenem, Gieboldehausen, Göttingen, Gronau, Herzberg, Hildesheim, Hohnstein, Liebenburg, Marienburg, Münden, Northeim, Osterode, Peine, Reinhausen, Uslar und Wöltingerode.

Für die Landdrostei Hildesheim wird eine Fläche 81 Quadratmeilen angegeben. Der GIS-Wert beträgt 4.716km² für das Jahr 1823.
Die Landdrostei ist mit Ausläufern des Wesergebirges, Deister, kleinem und großem Solling sowie dem Harz sehr gebirgig. Mit der so genannten Goldenen Aue befindet sich eine sehr fruchtbare Ebene bei Hohnstein. Die wichtigsten Flüsse sind Leine, Werra, Fulda und Weser.

Hildesheim, um 1840


Göttingen, um 1820


Osterode am Harz, um 1845