Regierungsbezirk Hildesheim
 
Geschichte/Verwaltung/Geographie
Der preußische Regierungsbezirk Hildesheim ist eine Mittelbehörde der Provinz Hannover und entspricht von der Größe und Verwaltungsgliederung her der Landdrostei Hildesheim des 1866 annektierten Königreichs Hannover. Bis 1885 wird auch die Bezeichnung Landdrostei für den Regierungsbezirk beibehalten. Regierungssitz ist die Stadt Hildesheim.
Der durch braunschweigisches Gebiet in zwei Teile geteilte Regierungsbezirk grenzt im Norden an den ebenfalls zur Provinz Hannover gehörenden Regierungsbezirk Lüneburg. Im Osten befinden sich das Herzogtum Braunschweig, der zur Provinz Sachsen gehörende Regierungsbezirk Magdeburg sowie die Berghauptmannschaft Clausthal, die dem Regierungsbezirk Hildesheim im selben Jahr angegliedert wird. Im Süden liegen die preußischen Regierungsbezirke Erfurt und Kassel und im Westen die preußischen Regierungsbezirke Minden und Hannover sowie Landesteile des Herzogtums Braunschweig. Zum Regierungsbezirk gehört zudem die exklavierte Grafschaft Hohnstein, die zwischen den Regierungsbezirken Erfurt und Magdeburg im Harz liegt.
Innerhalb des Regierungsbezirks befinden sich die Braunschweiger Enklaven Ölsburg, Bodenburg und Ostharingen.
Der Regierungsbezirk gliedert sich Ende 1867 in die Kreise Hildesheim, Marienburg, Liebenburg, Osterode, Göttingen, Einbeck und Zellerfeld. Die im Königreich Hannover bestehende Ämtergliederung wird zunächst ebenfalls beibehalten. 1874 fällt das bisher von Braunschweig und Hannover gemeinsam verwaltete Kommunions-Bergamt Goslar an den Regierungsbezirk Hildesheim. Mit Wirkung vom 1. April 1885 wird die bisherige Landdrostei Hildesheim als Regierungsbezirk neugebildet und in die Kreise Alfeld, Duderstadt, Einbeck, Göttingen-Stadt, Göttingen-Land, Goslar, Gronau, Hildesheim-Stadt, Hildesheim-Land, Ilfeld, Marienburg in Hannover, Münden, Northeim, Osterode am Harz, Peine, Uslar und Zellerfeld untergliedert. Mit Übergabe des Goslarer Stadtforstes von Braunschweig erhält der Regierungsbezirk Hildesheim 1890 eine Landbrücke zwischen seiner bislang getrennten nördlichen und südlichen Hälfte.

Für den Regierungsbezirk Hildesheim wird 1867 eine Fläche von 79 Quadratmeilen angegeben. Der GIS-Wert beträgt 4.632km².
Der Regierungsbezirk ist mit Ausläufern des Wesergebirges, Deister, kleinem und großem Solling sowie dem Harz sehr gebirgig. Mit der so genannten Goldenen Aue befindet sich eine sehr fruchtbare Ebene bei Hohnstein. Die wichtigsten Flüsse sind Werra, Fulda, Weser und Leine.

Hildesheim, um 1900


Osterode, 1919


Göttingen, um 1900