Regierungsbezirk Königsberg
 
Geschichte/Verwaltung/Geographie
Der preußische Regierungsbezirk Königsberg wird auf der Grundlage der "Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden vom 30. April 1815" als Mittelbehörde der Provinz Ostpreußen gegründet, Regierungssitz ist Königsberg.
Im Norden grenzt der Regierungsbezirk an die Ostsee, im Osten an das Kaiserreich Russland und den ebenfalls zu Ostpreußen gehörenden Regierungsbezirk Gumbinnen, im Süden an das in Personalunion mit Russland verbundene Königreich Polen und im Westen an die zur preußischen Provinz Westpreußen gehörenden Regierungsbezirke Danzig und Marienwerder.
1820 ist der Regierungsbezirk in die Kreise Allenstein, Braunsberg, Preußisch Eylau, Fischhausen, Friedland, Gerdauen, Heiligenbeil, Heilsberg, Preußisch Holland, Königsberg-Stadt, Königsberg-Land, Labiau, Memel, Mohrungen, Neidenburg, Ortelsburg, Osterode, Rastenburg, Rößel, und Wehlau untergliedert. Mit Wirkung vom 1. November 1905 gibt der Regierungsbezirk Königsberg die Kreise Allenstein, Neidenburg, Ortelsburg, Osterode und Rößel an den neuzubildenden Regierungsbezirk Allenstein ab.

Für den Regierungsbezirk Königsberg wird 1821 eine Fläche von 408 Quadratmeilen angegeben. Der GIS-Wert beträgt 21.186km² für das Jahr 1820.
Das Land des Regierungsbezirks bildet eine wellenförmige Ebene mit niedrigen Hügeln sowie den Bergen Schlossberg und Rombin. Der teils sandige, teils lehmige Boden wechselt mit gutem Ackerland, beträchtlichen Waldgebieten, Heiden, Torfmooren und Morasten. Wichtigste Flüsse sind Pregel mit Deime und Alle sowie Passarge, Drewenz, Timber, Minge und Dange. Es gibt zahlreiche Seen, darunter Geserich- und Drewenzsee. Große Strandseen sind das Kurische und das Frische Haff, von der Ostsee durch die gleichnamigen Nehrungen getrennt.

Königsberg: Paradeplatz, 1918


Memel, 1850


Heilsberg: Schloss, um 1900


Wehlau, 1899